GESCHICHTE.

Das erste schriftliche Zeugnis des Ortes Driesch ist aus dem Jahre 1097, als nämlich Erzbischof Egilbert von Trier dem Simeonstift in Trier Besitzungen "in Triesche" bestätigt.

Bau und Fertigstellung

Wegen der Verehrung des Gnadenbildes, der Schmerzhaften Mutter, das in einem kleinen Kapellchen bei Driesch untergebracht war, begannen um 1400 die Ritter der Umgebung mit dem Bau der Wallfahrtskirche. Gotthard Haust von Ulmen machte eine Stiftung für die Kirche in Driesch. Die Stiftungsurkunde nennt einen Bruder Clais Helmis, der bei der Kirche seine Klause hat. Im Jahr 1478 ist man mit dem Bau der Kirche so weit vorangekommen, dass die Schlusssteine im Deckengewölbe gesetzt werden können. Ein Schlussstein im Südchor zeigt die Ziffern 1478 und ein Steinmetzzeichen. Insgesamt sind 11 Schlusssteine -Wappenschilde der Stifter noch vorhanden. Im Jahr 1496 ist es soweit, die Kirche erhält die erste Glocke mit der Inschrift: J H S - MARIA HEISSEN ICH BES WEDER VERDRIBEN ICH CLAS VON ENEM GOS MICH M * CCCCXCVI (die römischen Ziffern für 1496) Eine zweite Glocke stammt aus dem Jahre 1692, gegossen von Engelpert Gromel. Das Gnadenbild wurde in die Kirche übertragen und hatte lange Zeit seinen Platz in einer vergitterten Nische an der Südwand des Chores (bis etwa 1750). Zur Ausstattung der Kirche gehörten damals fünf Altäre: Hl. Kreuz, schmerzhaften Mutter, Hl. Nikolaus, Hl. Sebastian, Hl. Rochus, später dann noch Hl. Josef, Hl. Barbara und Hl. Ottilia.

Heimsuchung durch die Pest

Im Jahre 1633, dem Jahr der großen Pest, gab es in der damals noch kleinen Pfarrei 275 Pesttote. Aus dieser Zeit datieren die Stiftsämter zu Ehren der Pestpatrone Sebastian und Rochus. Die Pfarrei hat ein Gelübde abgelegt, dem noch heute nachgekommen wird: "Geht jedes Jahr am Samstag nach Christi Himmelfahrt eine Fußprozession nach Klausen und am Sonntag wieder zurück“. Auch das Gelübde von Oberammergau stammt übrigens aus dieser Zeit.

Zerstörungen und Wiederaufbau

1635 wurde die Kirche von feindlichen Truppen entweiht, die Inneneinrichtung verbrannt. 1672 ist die Kirche dann wieder soweit hergerichtet, das ein neuer Altar aufgestellt werden kann. Es handelt sich um den heutigen Hochalter vom Bitteren Leiden. Er wird, nach mündlichen Überlieferung, dem Bildhauer Bartholomäus Hammes aus dem Nachbardorf Alflen zugeschrieben. 1687 wurde die Kirche vom Blitz getroffen. Das Dach des Turmes und der Kirche, beide herrlich verziert und verbleit, brannten bis auf die Mauern ab. Dies war ein unermesslicher Schaden. Um 1755 fertigte der Bildhauer Johann Heinrich Nilles aus Wittlich für 77 Reichstaler einen Kreuzweg aus rotem Sandstein. Die Kreuzwegstationen wurden um die Kirche herum aufgestellt. Diese wurde 1987 von Bildhauer Rudolf Müller aus Lutzerath restauriert. Der bisher schwärzeste Tag für die Wallfahrtskirche war der 19.12.1811, als sie nur mit knapper Not dem Schicksal, versteigert und auf Abbruch verkauft zu werden, entging. Das Rektoratshaus, genannt die Klaus und die Güter der Kirche wurden versteigert. Die Rektoren, welche die Prozessionen betreut hatten, mussten das Haus verlassen. Nach und nach blieben so die großen Prozessionen aus. 1868/69 wurden Schäden an der Kirche beseitigt und im Zuge dieser Maßnahme auch Arbeiten am Bitter-Leidens-Altar vorgenommen. Die alte farbliche Fassung wurde, heute unvorstellbar, steingrau übermalt. 1929 wird das Innere der Kirche einfach getönt. Schöne Malerei wurde übertüncht. 1942 setzte die Firma Karl Port aus Münstermaifeld den von Würmern befallenen und übel zugerichteten Holzaltar instand. Die alte farbliche Fassung wurde wieder freigelegt. In den Altar wurde ein Tabernakel eingebaut und er wurde als Hauptaltar im Südchor aufgestellt. Am 11. Mai 1952 wird von Weihbischof Bernhard Stein ein eigener Altar für das Gnadenbild konsekriert, welcher am Mittelpfeiler zwischen den beiden Chören errichtet wurde. In den Jahren 1971/72 wurden umfangreiche Arbeiten an der Kirche durchgeführt. Die Kirche bekam eine Ölheizung, einen Steinfußboden, einen neuen Innen- und Außenanstrich. Beim Renovieren des Innenanstriches wurde im Verbindungsbogen des Süd- Nordchores ein kleines Stück der vormaligen Barockmalerei freigelegt und erhalten. Der Kircheninnenraum wurde neugestaltet mit einem zentralen Zelebrationsaltar. Das Gnadenbild behielt seinen Platz, bekam jedoch eine andere Aufstellung in Form eines Löffelkreuzes. Zum Leidwesen aller, wurde die alte Bleiverglasung ausgebaut und die Kirche erhielt neue Fenster. Im Jahr 2013 kam es zu einem folgenschweren Schwelbrand im Bereich der Opferkerzen. Der hier entstandene Rauch überzog das gesamte Kircheninnere mit einer feinen Rußschicht, die auch vor den einzigartigen Kostbarkeiten der Marienkirche nicht Halt machte. Daraufhin wurde eine komplette Renovierung des Kircheninneren mit Reinigung des Altars, der Marienstatue, der Orgel und der Bänke durchgeführt. Gleichzeitig wurde auch der Kirchenspeicher und der Kirchturm saniert sowie die Turmuhr erneuert. Neben der fälligen Instandsetzung der vorhandenen Glocken wurden, durch eine private Spende, weitere zwei Glocken angeschafft, sodass nun wieder wie ursprünglich vier Glocken zum Gebet rufen.

Die Marienkirche in der Neuzeit

1984 wurde die Wallfahrtskirche Mater Dolorosa unter den Schutz der Haager Konvention gestellt. In den vergangenen Jahren wurde der Altar als besondere Sehenswürdigkeit in der Ferienregion Vulkaneifel sowohl in Broschüren als auch in Filmen erwähnt und vermarktet, wodurch wir uns wieder wachsender Besucherzahlen erfreuen können.

Text: 05/2011 von Ingrid Blang, Driesch. Foto: Volker John, Driesch

Schluss-Steine und Stiftswappen

 

 

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 Öffnungszeiten

Für Besichtigungen ist unsere Kirche wie folgt geöffnet:

bei Schnee und Eisglätte bleibt die Kirche geschlossen. Winterdienst nur zu Gottesdienstzeiten.

Kirchenführungen können im Kath. Pfarramt Ulmen, Telefon: 02676-95 10 70 oder unter: pfarramt.info (at) kirche-ulmen.de vereinbart werden.

 Pilgerstempel

Den Pilgerstempel finden Sie im Eingangsbereich der Kirche.

 Kulturdenkmal

Seit 1984 steht die Marienkirche Driesch unter dem Schutz der Haager Konvention für Kulturgut.