GLOCKEN.

Zur Zeit hängen im Turm der Driescher Kiche zwei alte Bronzeglocken:
I. Glocke aus dem Jahr 1496 mit einem Gewicht von 776 kg und einem Durchmesser am unteren Rand von 108 cm, Ton der Glocke: as.

Inschrift:
JHS MARIA HEISSEN ICH BES WEDER VERDRIBEN ICH CLAS VAN ENEM GOS MICH MCCCCXCVI

II. Glocke aus dem Jahr 1692 mit einem Gewicht von 487 kg und einem Durchmesser am unteren Rand von 90 cm, Ton der Glocke: f.

Inschrift:
JESUS MARIA JOSEPH HEISCHEN ICH ZU EHREN GOTTES LEUDEN ICH H M B R ENGELPERT GROMEL GOS MICH 1692

Rektor Johann Gerhards schribt 1762 in der Chronik: Drey Glocken seynd von Anfang der Kirche hierhin verschafft worden, zwey große im groß Thurm undt eine kleine, das sogenannte Meess- Glöcklein, die größte und die kleinst seynd noch die erste undt haben im Brandt 1687 keinen Schaden gelitten, die andere aber ist nach erlittenem Brandschaden ein Jahr darauf zersprungen, daß selbige aufs neu hat müssen gegossen werden (1692).

Über den Verbleib des Meß- Glöckleins sagt die Chronik nichts aus. Zu den zwei alten Glocken aus den Jahren 1496 und 1692 kam 1876 eine dritte hinzu. Sie blieb allerdings nur 41 Jahre, mußte 1917 in den Krieg und kam nicht wieder.

Pastor Josef Embser schreibt 1917 in der Chronik: Am 26.6.1917 wurde auf Anforderung der Metallmobilmachungsstelle die kleinste Glocke der Filialkirche zu Driesch- Gewicht 310 kg, Durchmesser am unteren Rand 80 cm - 1876 aus Geschützmetall gegossen von August Mark in Brockscheid, unter Leitung des Küsters Diederichs, damals in Urlaub, ohne jeglichen Unfall ausgebaut und am 28.6. an das Landratsamt Cochem abgeliefert. Entschädigung betrug 1395 M.

15 Jahre, von 1927 - 1942 hatte die Driescher Kirche vier Glocken.

Pastor Sebastian Kaspers schreibt 1927 in der Chronik: Am 23.10.1927 wurden in Driesch 2 neue Glocken geweiht, von der Firma Mabilon, Saarburg gegossen. Eine ist den Aposteln Deutschlands St. Bonifatius und St. Petrus Canisius geweiht, die andere dem hl. Sebastian zum Andenken an die im Weltkrieg 1914/18 gefallenen Driescher. Die Weihe nahm vor Pastor Ley aus Gevenich, die Predigt hielt Pastor Gotes aus Gillenbeuren. Die beiden Glocken sind ein Geschenk der politischen Gemeinde Driesch an die Kirche. Kosten 2.513 M. Gewicht der Glocke 401 bzw. 282 kg, Ton der Glocken: b` u. c`

Nur kurze Zeit standen diese beiden Glocken im Dienst des Friedens.

Dechant Alois Breidt schreibt 1942 in der Chronik: In die Augusttage des Jahres 1942 fiel ein Ereignis, das zum ersten Male die Ungewißheit des tausendmal versprochenen Endsieges erschrekend zeigte: die Abgabe der Glocken. Die Pfarrei wurde seht schwer davon betroffen. Die Pfarrkirche verlor die beiden schweren Glocken aus dem 13. und 15. Jahrhundert. Driesch sollte zunächst alle vier Glocken abgeben. In Verbindung mit Herrn Dr. Wackenroder, Bonn erreichte ich aber, daß die schwerste Driescher Glocke (1496) erhalten blieb. Mit tiefer Wehmut hörten in jenen Augusttagen die Pfarrkinder von Lutzerath und Driesch trotz strengen Verbotes ihre Glocken zum letzten Male läuten, ein schmerzlicher Abschied, der bei den nüchternen Leuten keinen Zweifel mehr an dem Ausgang dieses Krieges ließ.

Die oben unter II. genannte Glocke kehrte 1947 aus dem Kriege heim.

Text: 04/1973 Pfarrer Matthias Feilen, Lutzerath. Foto: Johannes Blang

So klingen die Glocken

Die kleine Glocke von 1692.
Schlagton: f.


Die große Glocke von 1496.
Schlagton: as.


Die große Glocke zusammen mit der kleinen Glocke.
Schlagton: as und f.

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